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Sandlandfest als Volltreffer

„Original Taubertaler Musikanten“ sorgen am Samstagabend für Volksfeststimmung

Kaisersbach/Alfdorf.
Auch bei einem Dauerbrenner ist es gelegentlich kein Schaden, wenn man sich mal was Neues einfallen lässt.
So war es auch beim Ski- und Wanderclub Cronhütte am Samstagabend, der diesmal versprach,
mit den Taubertaler Musikanten Volksfeststimmung auf das Sandländer Sommerfest zu holen.
Ein Versprechen, das eingelöst wurde.

Zunächst, am Freitagabend bei der achten Beach-Party in Folge, hieß es aber „Same procedure as every year“. Während im Zelt längst keine gähnende Leere mehr herrschte, harrten die, die gerade dem Zubringerbus entstiegen waren und natürlich auch noch rein wollten, brav und diszipliniert zwei und zwei in einer hundert Meter langen Schlange vor der Kasse auf den Einlass. Was ist der Grund für den alljährlichen Andrang?

Eine junge Dame aus Ebni brachte es auf den Punkt: „Es ist das beste Fest im ganzen Jahr!“ Philipp aus Unterweissach stimmte zu: „Die Leute hier sind einfach prima“, und Christoph aus Spiegelberg ergänzte: „Hier sind sie noch normal, in den Städten, da spinnen sie doch!“ Holger aus Gaildorf konnte es zwar nicht so genau sagen, was ihn an der Beach-Party so faszinierte, aber er hatte diesmal seine Kumpel mitgebracht, die wohl auch das nächste Mal wieder mit von der Partie sein werden.

Strandparty kommt bei der Jugend super an

Petra und Sarah aus Welzheim finden das Sandland überhaupt supergut, und Lisa aus Gschwend gefällt einfach alles. Da viele auch so denken, will die Schlange vor dem Eingang einfach nicht abreißen, so dass sich um 22.30 Uhr Vereinschef Heinz Stettner schweren Herzens entschließen musste, wegen Überfüllung das Zelt dichtzumachen. Erst nach Mitternacht, als sich die unter 18 Jahre alten Besucher auf den Heimweg machen mussten, gab es wieder Platz, und die, die geduldig gewartet hatten, durften dann noch rein.

Fußballspiele wegen eines Gewitters abgebrochen

Am Samstagnachmittag waren die ersten Fußballspiele um den Sandlandcup gerade vorbei, als ein schweres Gewitter dem Turnier ein plötzliches Ende bereitete. Es wurde abgebrochen, die Ergebnisse wurden annulliert und Vorjahressieger Hellershof darf sich noch ein weiteres Jahr im Glanz des Titels sonnen.

Ein Volltreffer war aber der Samstagabend. Das Ziel, auch der älteren Generation und dem „Mittelalter“ etwas zu bieten, ohne die Jugend zu vergraulen, wurde auf Anhieb voll erreicht.
Durch persönliche Beziehungen wurde der Kontakt zu den „Original Taubertaler Musikanten“ hergestellt. Die rund 20 Musikerinnen und Musiker erwiesen sich als ein echter Glückstreffer. Zuerst boten sie unter Leitung ihres Dirigenten Bernd Heller gut gemachte Blasmusik mit Polkas, wie sie durch Ernst Mosch und die Egerländer Musikanten populär wurden - etwa die Amsel-Polka von Jaromir Vejvoda. „Heute feiern wir“ von Roland Kohlers Neuer Böhmischer Blasmusik war ebenso zu hören wie der Walzer „Abendstern“ und die Märsche „Die Sonne geht auf“ von Rudi Fischer und „Dem Land Tirol die Treue“ von Florian Pedarnig. Auch Schunkelrunden durften nicht fehlen, und dann ging es allmählich über zu Stimmungsliedern wie der „Elena“ der Klostertaler, wobei die Festbesucher das Singen nicht nur den Musikern auf der Bühne überlassen wollten, sondern selbst stimmstark ins Geschehen eingriffen.

Absoluter Knüller war der Auftritt des sängerischen Lokalmatadors Günter „Wahlo“ Wahl mit „I sing a Liad für di...“ von Andreas Gabalier, mit dem er schon bei der Jahresfeier des Hellershofer Liederkranzes Aufsehen erregt hatte - das Publikum war hingerissen und verlangte auf der Stelle ein „Da Capo“. Von Hubert von Goiserns „Brennen tuat’s guat“ über den „Haberfeldtreiber“ ging es über zu Schlagern der Sechziger bis zu den Neunzigern, zu Disco- und Rockmusik, stets perfekt gemacht.

Toll war der Auftritt der Vereinsvorsitzenden, Sängerin und Gitarristin in einer Person, Sylvia Thomas - sie sang, tanzte und spielte mit einer unglaublichen Energie, mit einem unglaublichen Temperament – und das immerhin fünf Stunden lang. Dabei hatte sie eine Truppe im Hintergrund, die voller Begeisterung mitspielte und mitsang, die das Publikum mitriss, die den Funken der Begeisterung überspringen ließ - es wurde geschunkelt, getanzt, gesungen, es war eine wahre Freude.

Neuanfang auch bei der Speisekarte

Passend zur musikalischen Neuausrichtung gab es auch einen Neuanfang auf der Speisekarte: Statt der Steaks und der Roten Würste waren diesmal Rösti, ein Brotzeitteller mit „Obatztem“ und eine besondere „Wasenwurst“ aus der Wurstküche eines Sandländer Metzgermeisters im Angebot. Angeregt auch durch einen verbilligten Eintrittspreis erschien ein großer Teil der Besucher im Dirndl bzw. in Tracht mit Lederhose - das ergab ein buntes, fröhliches Bild im Zelt.
Bei Jüngeren war dieses Outfit sogar noch häufiger anzutreffen als bei Älteren.

Der Sonntag, der Familientag des Sandländer Sommerfestes, begann, wie alle zwei Jahre, traditionsgemäß mit einem Gottesdienst im Festzelt. Das Programm setzte sich über Frühschoppen, Mittagessen, Fußballturnier der Kinder und Kaffeenachmittag in gewohnter Weise fort.

Aus der Welzheimer Zeitung vom 10. Juli 2012