1990 - Besuch im deutschen Ausland

1990 - Besuch im deutschen Ausland
Die Fußballnationalmannschaft war gerade in Italien bei der Weltmeisterschaft, da reiste das Team Sandland ins innderdeutsche Ausland: In die DDR. Zwar war die Mauer schon gefallen, doch existierte sie noch auf dem Papier.

Im Juni ging es also los nach Ziegenrück zum ersten großen Ausflug. Vermittelt vom noch heute so benannten "DDR-Bernd" kam man in der Gaststätte seiner Eltern unter. Die waren wohl gänzlich überrascht, als schon nach drei Tagen der komplette Vorrat der Gaststätte leergetrunken war.

Sportlich konnte man nicht viel erwarten. Gegner beim Turnier im nahe gelegenen Bodelwitz waren ausschließlich Aktiven-Mannschaften, wie zum Beispiel Rotasym Pößneck, die damals in der dritthöchsten DDR-Liga spielten und heute als VfB Pößneck noch in der Oberliga kicken. Somit war es nur realistisch, als Ziel entweder das Erzielen eines Tores oder ein torloses Unentschieden auszugegeben.

Im ersten Spiel ging es dann auch gleich gegen die Halbprofis aus Pößneck, wo man nach sechs Minuten schon 0:4 zurücklag. Keine guten Aussichten, doch konnte man mit schwäbischer Mauertaktik sich noch zu einem 0:6 nach 30 Minuten retten.
Spieleraussagen zufolge war das der stärkste Gegner "gegen den wir je gespielt haben!". Tempofußball aller erster Sahne und das nach einem ausgiebigen Umtrunk am Abend zuvor.

Auch die folgenden drei Spiele wurden jeweils ohne eigenes Tor verloren (0:2 Traktor Oppurg, 0:1 SV Herleshausen, 0:3 TSV Bodelwitz), so dass leider keines der beiden ausgegeben Ziele erreicht werden konnte.

Einzig eine Urkunde vom DTSB der DDR konnte man zu Hause präsentieren, die wohl nicht viele westdeutsche Vereine erhalten haben. Und vielleicht noch ein paar Geschichten über einen außergewöhnlich gut schmeckenden Pefferminzlikör.

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